Die Nidda

Die Nidda fließt kurz unterhalb der Stadt Nidda in einer Breite von etwa 8 bis 10 Metern aus ihrem engen Vogelsbergtal heraus in die, sich, in unserem Gewässerabschnitt öffnende Ebene der Wetterau hinein. Die Fließgeschwindigkeit hat hier abgenommen und der Gewässergrund ist bis auf kurze kiesige Abschnitte weitgehend verschlammt.

Die Ufer sind nach der Rodung der artfremden Papeln streckenweise noch offen, weitgehend aber mit Weiden, Erlen und weiterem artgerechtem Busch- und Baumbestand gesäumt. Im Sommer wuchert zwischen dem Gehölz das eingewanderte indische Springkraut und verdrängt die heimische Brennessel und andere Kräuter, Blumen und Gräser. Im Hege- und Pflegebereich des ASV Dauernheim befinden sich sowohl Steilufer, teils unterspült, als auch flache Ufer, über die bei Hochwasser die Nidda in die Aue übertritt. Sich sonnende Köcherfliegenlarven kann man im Sommer auf Steinen sitzend im Fluss beobachten. Als Bio-Indikator bürgen sie für eine gute Wasserqualität.

Viele weitere Nährtiere versorgen die vorkommenden Fischarten: Schleie, Karausche, Stichling, Blaubandbärbling, Forelle, Brachse, Gründling, Aal, Kaulbarsch und Flussbarsch. Döbel, Karpfen, Rotauge, Rotfeder und insbesondere der Hecht kommt häufig vor. Die Nidda bildet bei uns zum Teil relativ schnell fließende Abschnitte aus. Dazwischen befinden sich immer wieder tief ausgespülte Kumpen, die selbst bei Niedrigwasser eine Tiefe von bis zu 3 Metern aufweisen. Zwischen den allseits anzutreffenden Feldern der gelben Teichmummel wächst das Schilf. Unter Wasser reichert der Wasserstern die Nidda auch im Winter mit Sauerstoff an.

Seit 2007 fühlt sich der nachtaktive Biber an der oberen Gewässergrenze des ASV Dauernheim, nahe der Rausche, wohl. Er wird leicht mit dem tagaktiven Sumpfbiber (Nutria, Biberratte) verwechselt, der ebenso wie die Bisamratte (Bisam) in der Nidda und im Laisbach anzutreffen ist. Im Ortsbereich von Dauernheim mündet der Laisbach in die Nidda. Etwas weiter flussabwärts tangiert die Nidda ein bedeutendes Naturschutzgebiet, die Nachtweid in voller Länge. In dieser Auenlandschaft mit europaweiter Bedeutung lebt und überwintert eine reichhaltige ornitologische Artenvielfalt. Im Frühjahr ist die Nachtweid bei Dauernheim Brutgebiet seltener Wiesenbrüter. Auch der Große Brachvogel zieht auf den alten Hügelgräbern der Feuchtwiesen seine Jungen auf.

In den Gräben die die Aue durchziehen und in die Nidda münden, leben die von Aussterben bedrohten Schlammpeitzger. Auch sind sie die Heimat vieler Amphibien, denen die Ringelnatter, der Storch, der Graureiher und der Silberreiher nachstellen. In dieses Biotop wurde die Europäische Sumpfschildkröte wieder eingebürgert. Sie soll die Nachtweid von Dauernheim als Brückenkopf für ein flächendeckendes Vorkommen nutzen. Inzwischen hat man die Sumpfschildkröte auch wieder in der Nidda beobachten können.

Bei ruhigen Verweilen an der Nidda, so wie es die Angler tun, kann man immer wieder überraschendes, und zum Teil auch spannendes aus der heimatlichen Fauna und Flora entdecken. Sei es der Eisvogel, oder der Zwergtaucher, die unter Wasser nach Nahrung suchen, die Rohrammer, die dem Feldsperling ähnelt und deren Ruf dem Sprichwort "schimpft wie ein Rohrspatz" Sinn verleiht, oder seien es die Scharen der gebänderten Prachtlibelle bei ihren schmetterlingsartigen Tänzen oberhalb der Wasserfläche. Die vielfältigen Lebensformen und Lebensgemeinschaften am Wasser zu schützen und der Bevölkerung die komplexen Zusammenhänge zu erklären ist Anliegen der Mitglieder im ASV Dauernhem.

Weitere Informationen über unsere Gewässer finden Sie in der Broschüre "Zur Geschichte des ASV Dauernheim". Diese liegt als PDF - Datei (ca. 4 MB) vor und kann hier heruntergeladen werden.